Wirkung von Medikamenten auf den Histaminabbau

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Einige Medikamente wirken sich nachteilig auf den Histaminabbau aus.[1]

Diaminoxidase hemmende und Histamin freisetzende Medikamentenwirkstoffe

Medikamente, die das Histamin abbauende Enzym Diaminoxidase blockieren oder körpereigenes Histamin freisetzen.[1][2] Jarisch rät Menschen mit Histaminunverträglichkeit, während der Behandlung mit den folgenden Medikamenten histaminhaltige Speisen zu meiden, weil Histamin wegen der Hemmung der Diaminoxidase nicht genügend abgebaut werde.[1] Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie und weiterer Fachgesellschaften nennt einige dieser Wirkstoffe, darunter Acetylcystein, Metamizol und Verapamil, hält die Daten dazu aber für widersprüchlich: Ob diese Mittel den Histaminabbau tatsächlich bremsen, muss erst in weiteren Studien geprüft werden.[3] Ein verordnetes Mittel wie Verapamil sollte deshalb nicht eigenmächtig abgesetzt werden; es darf nicht plötzlich beendet, sondern soll je nach Dosis über zwei bis vier Wochen schrittweise verringert werden.[4]

Histamin freisetzende Medikamentenwirkstoffe

Medikamente, welche die allergenspezifische Histaminfreisetzung bei Allergikern steigern:[1]

Die Histaminfreisetzung hemmende Medikamentenwirkstoffe

Medikamente mit den folgenden Wirkstoffen hemmen die allergenspezifische Histaminfreisetzung bei Allergikern.[1] Für alle Allergiker geeignet sind sie deshalb nicht: Wer nach Acetylsalicylsäure oder einem anderen nichtsteroidalen Entzündungshemmer schon einmal mit Bronchospasmus, Asthma, Schnupfen (Rhinitis) oder Nesselsucht (Urtikaria) reagiert hat, darf zum Beispiel Ibuprofen nicht einnehmen.[5]

Histamin-Rezeptorenblocker bewirken eine bessere Verträglichkeit von Histamin.

Literatur

  • Reinhard Jarisch: Histamin-Intoleranz, Histamin und Seekrankheit. Thieme Verlag 2004. ISBN 3-13-105382-8
  • Laura Maintz, Thomas Bieber, Natalija Novak: Die verschiedenen Gesichter der Histaminintoleranz. Dtsch Arztebl. 2006; 103 (51–52):A 3477–83. PDF-Datei - Diskussion (PDF-Datei)

Siehe auch

Externe Links

Einzelnachweise

  1. ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Reinhart Jarisch (2004): Histamin-Intoleranz, Histamin und Seekrankheit. Thieme, ISBN 3-13-105382-8 Kap.5: S.123 - 126
  2. ↑ Laura Maintz, Thomas Bieber, Natalija Novak: Die verschiedenen Gesichter der Histaminintoleranz. Dtsch Arztebl. 2006; 103 (51–52):A 3477–83. (PDF-Datei)
  3. ↑ Reese I, Ballmer-Weber B, Beyer K, et al. (2021). "Guideline on management of suspected adverse reactions to ingested histamine". Allergol Select 5: 305–314. doi:10.5414/ALX02269E.  Im Wortlaut: „Drugs such as acetylcysteine, metamizole, verapamil, metronidazole, and metoclopramide have been mentioned“; „According to a recent literature search, data from these older reports is inconsistent.“; „The relevance of certain drugs with regard to the degradation capacity of DAO needs to be validated in further studies.“ Am 23.09.2026 über Europe PMC gelesen.
  4. ↑ May A, Evers S, Goadsby PJ, Leone M, Manzoni GC, Pascual J, et al. (2023). "European Academy of Neurology guidelines on the treatment of cluster headache". Eur J Neurol 30 (10): 2955-2979. doi:10.1111/ene.15956. PMID 37515405. , S. 2968: „verapamil must not be ended abruptly, but should be gradually reduced over 2–4 weeks depending on the dose“.
  5. ↑ Gelbe Liste: Ibuprofen, Gegenanzeigen: „bekannten Reaktionen von Bronchospasmus, Asthma, Rhinitis oder Urtikaria nach der Einnahme von Acetylsalicylsäure oder anderen nicht-steroidalen Entzündungshemmern in der Vergangenheit“. Abgerufen am 23.09.2026.


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