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Vorbeugung / Prophylaxe mit Triptantabletten
28.01.2014, 14:04,
#1
Vorbeugung / Prophylaxe mit Triptantabletten
Hallo,
ich habe in einen anderem Forum gelesen, dass andere Clusterpatienten Triptane als Tablette abends einnehmen, um nachts Attacken vorzubeugen. Die Rede ist von Naramig und Sumatriptan. Geht das als Dauerlösung? Sumatriptan als Tablette ist, glaube ich, verschreibungspflichtig. Naramig ist mir bis jetzt unbekannt. Mein CCC hat mir bis jetzt noch nie dies als Vorbeugung angeboten, dabei habe ich bis zu 4 Attacken nachts, wenn ich die Nachtzeit ab 22.00 Uhr bis 06.00 Uhr betrachte. Sauerstoff hilft manchmal, manchmal auch nicht. Wenn die Tabletten helfen würden, dass ich nachts durchschlafen könnte, wäre das ein große Erleichterung. Da ich aber als Altlasten die Diagnosen Migräne und Bluthochdruck mitgebracht habe, darf ich von meiner Neurologin aus, nicht mehr als 2 Triptane am Tag nehmen. Das ich Migräne habe, bezweifle ich stark. Zu hohen Bluthochdruck habe ich nur bei einer Attacke. Ich hoffe, dass wird nun in Kiel endgültig geklärt werden können.
Liebe Grüße und viel schmerzfreie Zeit
Cleo
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28.01.2014, 14:55,
#2
RE: Tritantabletten als Vorbeugung
Hi,

siehe Patientenerfahrungen mit Triptanen

und Kurzzeitprophylaxe mit Triptanen (altes Forum)

Gruss
Oli
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28.01.2014, 19:41,
#3
RE: Tritantabletten als Vorbeugung
Hallo Cleo,
ich habe durchweg positive Erfahrungen mit Triptanen als Prophylaxe gemacht - wie viele andere auch.
Übersicht Triptane im Wiki
Besonders Triptane mit hoher Bioverfügbarkeit und langsamer Metabolisierung (lange Plasmahalbwertszeit) eignen sich für die Nacht.
Einach mal versuchen. Formigran ist sogar rezeptfrei und wirkt bei mir.

Gruß
Wolf-Dieter

Gruß
Wolf-Dieter
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28.01.2014, 20:55,
#4
RE: Tritantabletten als Vorbeugung
Hi Cleo
Da ich schon im anderen Forum geantwortet habe und du hier schon die richtigen Links bekommen hast ..... :-) lass ich nur Grüße hier.
Alles Gute Markus
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21.05.2014, 15:41, (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.05.2014, 15:59 von Stephan.)
#5
RE: Triptantabletten als Vorbeugung
Ich ergänze hier mal die nützlichsten Beiträge aus dem "alten" Forum/Thema:
http://www.ck-wissen.de/forum/thread.php?id=1329

aber nur die sachlichen Beiträge und ausführlichen Erfahrungsberichte, rein als Text, ohne Verweise auf den jeweiligen Schreiber.

HINWEIS: Die Beiträge reichen von 2008 bis ca. 2013. Möglicherweise sind Daten, Gesetze, Preise o.ä. veraltet!


--------------------------------------------------------
Zitat:Zitat:
… lang wirksame Triptane wie Naratriptan und Frovatriptan können in der Kurzprophylaxe (d. h. bis eine andere prophylaktische Therapie greift) abends eingesetzt werden, vor allem bei Patienten, die unter nächtlichen Attacken leiden.

Quelle:
Arbeitsgruppe
PD Dr. med. S. Evers, Neurologische Universitätsklinik Münster
PD Dr. med. V. Limmroth, Neurologische Universitätsklinik Essen (seit 2006 in Köln)
PD Dr. med. A. May, Neurologische Universitätsklinik Hamburg Eppendorf
Prof. Dr. med. A. Straube, Neurologische Universitätsklinik Großhadern, München

in Hans-Christoph Diener (Herausgeber): Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Cluster-Kopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen; 3. überarbeitete Auflage 2005, Georg Thieme Verlag Stuttgart. Seiten 485-489, ISBN 3-13-132413-9. Online: www.uni-duesseldorf.de

Zitat:
Oral sumatriptan 100 mg given t.i.d. were not effective in preventing cluster headache attacks in a placebo-controlled trial [51]. In open trials, 40 mg eletriptan per day [52] or 2.5–5 mg naratriptan per day [53] reduced the number of cluster headache attacks.

References
51. Monstad I, Krabbe A, Micieli G, et al.: Preemptive oral treatment with sumatriptan during a cluster period. Headache 1995; 35: 607–613.
52. Zebenholzer K, Wober C, Vigl M, Wessely P.: Eletriptan for the short-term prophylaxis of cluster headache. Headache 2004; 44: 361–364. Online: illenberger.members.linea7.com
53. Mulder LJ, Spierings EL. Naratriptan in the preventive treatment of cluster headache. Cephalalgia 2002; 22: 815–817.

Quelle: A. May, M. Leone, J. Áfra, M. Linde, P. S. Sándor, S. Evers, P. J. Goadsby: EFNS guidelines on the treatment of cluster headache and other trigeminalautonomic cephalalgias. European Journal of Neurology. 2006; 13: 1066–1077. Online (PDF): www.efns.org

Weitere Literaturhinweise zu
Naratriptan: http://ck-wissen.de/ckwiki/index.php?title=Naratriptan
Frovatriptan: http://ck-wissen.de/ckwiki/index.php?title=Frovatriptan www.ncbi.nlm.nih.gov


Ein persönlicher Rat eines international bekannten Kölner Neurologen und Kopfschmerzexperten zur Verbesserung der Nachtruhe mit Frovatriptan (Allegro® 2,5mg Filmtabletten): "Nehmen Sie zwei Stück." Er bezog sich dabei auf Daten aus einer bisher nicht veröffentlichten Studie.

Manche Ärzte versuchen anstatt der teureren neueren Triptane die billigeren Sumatriptan-Tabletten zur Vorbeugung zu verschreiben. Bereits 1995 wurden die Ergebnisse einer größeren multinationalen, multizentrischen, randomisierten, doppelblinden und placebo-kontrollierten Studie an 169 Patienten darüber publiziert: Die Einnahme von 100mg Sumatriptan-Tabletten dreimal täglich erbrachte gegenüber Placebo keine signifikante Reduzierung der Attacken.

Zitat:

The oral treatment was rated as ineffective or poor by 53% (40/75) of patients on placebo and 54% (47/87) of
patients on sumatriptan. In the placebo group, 23% (17/75) of patients rated their treatment as reasonable,
compared with 13% (11/87) in the sumatriptan group. The remaining patients considered their treatment to be good or excellent.
[…]
Conclusion: This study has demonstrated that preemptive oral treatment with sumatriptan 100 mg tid for 7 days, initiated during an established cluster period, is ineffective in reducing either the number or severity of cluster headache attacks. There was no evidence to suggest that oral treatment with sumatriptan 100 mg tid over a 7-day period was associated with an increased or altered adverse event profile from that previously reported.


Diese Studie wurde multizentrisch unter Beteiligung der Glaxo Research & Development Ltd. an 35 Kliniken in elf verschiedenen europäischen Staaten durchgeführt. Quelle: Monstad I, Krabbe A, Micieli G, et al.: Preemptive oral treatment with sumatriptan during a cluster period. Headache 1995; 35: 607–613. Abstract: www.ncbi.nlm.nih.gov


Diese Studie wurde multizentrisch unter Beteiligung der Glaxo Research & Development Ltd. an 35 Kliniken in elf verschiedenen europäischen Staaten durchgeführt. Quelle: Monstad I, Krabbe A, Micieli G, et al.: Preemptive oral treatment with sumatriptan during a cluster period. Headache 1995; 35: 607–613. Abstract: www.ncbi.nlm.nih.gov

Laut Professor Dr. Göbel www.migraene-schule.de und anderen Hinweisen in der Literatur wirken Triptane bei der Migräne ggf. individuell unterschiedlich. Warum sollte das bei Cluster-Kopfschmerz anders sein? Wenn also ein Triptan nicht ausreichend wirkt, vielleicht einfach mal ein anderes versuchen? – Die DGN schreibt " … Triptane wie Naratriptan und Frovatriptan … "

Siehe auch: interner Link zum Thema:
http://www.ck-wissen.de/forum/thread.php?id=925
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21.05.2014, 15:43,
#6
RE: Triptantabletten als Vorbeugung
Zitat:Ergänzend hierzu meine Beobachtungen...

Ich wurde ja von meinem Bruder (praktischer Arzt) u.a. mit Musterpackungen "Sumatriptan" geradezu überhäuft, sowohl 50 mg als auch 100 mg. Wegwerfen wäre viel zu schade, man lebt ja schließlich in Schwaben.

Ihr wisst ja, wie das mit dem CK so ist, man kann sich immer fragen: hätte ich ohne das Mittel vielleicht auch keine Attacke gehabt, oder hat das Mittel gewirkt? Letztendlich mag eine Nacht keine Aussage möglich machen, aber man kennt sich und den Cluster ja schon ein paar Jahrzehnte, und ein Versuch über bei mir jetzt mittlerweile 21 Nächte lässt mich doch recht verlässliche Aussagen über die Prophylaxe-Wirkung von Triptanen treffen - was mich betrifft, natürlich.

-Allegro 2,5 mg: nur 1 Nacht getestet, gute Wirkung. Die restlichen hebe ich erst mal auf.

-Sumatriptan 100 mg Tabletten: sorgten für 90 % ruhige Nächte, allerdings muss der Zeitpunkt stimmen, nämlich 30-45 Minuten vor dem Lichtausmachen. Bei späterer Einnahme bin ich zu nahe an der ersten Attacke, da ist der Wirkstoffspiegel vermutlich noch nicht hoch genug.

-Sumatriptan 50 mg Tabletten: Die nahm ich in den letzten 5 Tagen. 2 mal kam es noch zu einer ganz leichten Attacke am Morgen, die Erstattacken gegen 2 oder 3 Uhr blieben aus. Allerdings habe ich jetzt auch das Gefühl, dass die Episode ausklingt, von daher ist die Ausage etwas unsicher.

FAZIT:
Sofern nichts anderes zur Hand, ist Sumatriptan zumindest mal einen Versuch wert, wenn der Einnahme-Zeitpunkt stimmt und die Attacken wie bei mir zu recht verlässlichen Zeiten auftreten.

Die Nebenwirkungen (Herzklopfen und kurzatmig bei Anstrengung) wurden bei mir mit fortschreitender Einnahme wesentlich schwächer, verschwanden aber nicht vollständig.


Zitat:Hallo zusammen,

seit ca. drei Wochen verwende ich Frovatriptan (Allegro®, 2,5 mg Filmtabletten) zur zusätzlichen vorbeugenden Behandlung. Der Grund: Die Anzahl der Attacken häufte sich seit Ende November. Das Verapamil (Isoptin® retard 2 x 120 mg tgl. seit 2006) schien ohne Wirkung auf die Anzahl der Attacken zu sein und auch die Schmerzstärke der einzelnen Attacken nahm zu.

Die Attacken ließen sich zwar mit Sauerstoff (15 L/min. und Hochkonzentrationsmaske) meist gut kupieren, sie kamen aber häufig nach jeweils ein bis zwei Stunden wieder. Zudem hatte ich ab Ende November häufig auch am Tag während der Arbeit Attacken. Attacken kamen davor bei mir meistens nur nachts. Verapamil hatte bisher die meiste Zeit eine ganz gute Wirkung, aufgrund der Nebenwirkungen möchte ich aber eine Erhöhung vermeiden.

Anfangs habe ich das Frovatriptan nur genommen, wenn sich die Attacken häuften, also wenn ich den Eindruck hatte, dass der Sauerstoff die Attacken nur für ein bis zwei Stunden wegdrückt oder wenn ich morgens den Eindruck hatte, da kommt wieder was. Weil es weiterhin schlechter wurde habe ich für einige Tage dann je eine Tablette abends und eine morgens genommen. Zwei Stück (2 x 2,5mg) pro Tag ist die maximale Dosis laut Beipackzettel.

Eine Tablette scheint meinen Schädel zuverlässig für ca. acht Stunden schmerzfrei zu halten. Allerdings sind innerhalb der ersten zwei Stunden nach der sporadischen Einnahme noch einige Attacken aufgetreten. Dies könnte mit dem Wirkstoffspiegel des Medikamentes im Blut zusammenhängen, Zitat: "Nach Verabreichung einer oralen Einzeldosis von 2,5 mg an gesunde Probanden betrug die mittlere maximale Blutkonzentration von Frovatriptan (Cmax), die innerhalb von 2 bis 4 Stunden erreicht wurde, 4,2 ng/ml bei Männern und 7,0 ng/ml bei Frauen." Quelle (RTF). Dies ist länger, als bei den meisten anderen Triptanen, siehe z.B. Tabelle hier: » interner Link «

Ab Montag, dem 08.12.2008 dann auf dreimal 2,5 mg pro Tag erhöht, mit ganz gutem Erfolg. Ein Auslassversuch am 12.12.2008 hatte sieben Attacken innerhalb von ca. 15 Stunden zur Folge, die erste Attacke davon war ca. 10 Stunden nach der Einnahme der letzten Tablette. Ab Samstagmorgen, 13.12.2008 dann wieder drei Tabletten pro Tag, mit sehr gutem Erfolg: Samstag bis Mittwoch waren fast schmerzfrei, keine wirklichen Attacken gehabt.

Letzten Mittwoch habe ich das Frovatriptan dann wieder abgesetzt. Diesmal ist nichts weiter "passiert", bis auf ein paar Kleinigkeiten bin ich seitdem immer noch (fast) schmerzfrei. Nebenwirkungen habe ich keine bemerkt, auch Blutdruck und EKG waren bei einer Kontrolle am 16.12.2008 absolut O.K.

Zwei andere chronische Cluster-Köpfe haben mir von ihrer erfolgreichen vorbeugenden Behandlung mit einmal 40mg Eletriptan (Relpax®) pro Tag berichtet. Vielleicht werde ich das Eletriptan bei Gelegenheit auch mal versuchen. Vielleicht habe andere der sieben Triptane eine noch bessere vorbeugende Wirkung?

Zu Risiken und Nebenwirkungen einer vorbeugenden Behandlung von Cluster-Kopfschmerz mit Triptanen lesen Sie bitte die Gebrauchsinformationen und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Triptane soll man nicht "mischen", da die Auswirkungen und mögliche Wechselwirkungen nicht bekannt sind. Es sind daher zeitliche Mindestabstände zwischen der Anwendung verschiedener Triptane einzuhalten. Wenn man ein Triptan zur Vorbeugung verwendet und trotzdem aufkommende Attacken nicht mit O2 oder mit Lidocain kupieren kann, dann hat man ein Problem.

12 Stück Allegro®, 2,5 mg Filmtabletten kosten in der Apotheke € 66,71. Zwei "Schuss" Sumatriptan kosten ca. € 75,-. Die zwei Tabletten, auf die ich letzte Woche Freitag verzichtet habe, hatten den Verbrauch einer halben 10L Flasche Sauerstoff zur Folge. Kosten für den Sauerstoff ca. € 21,- gegenüber € 11,12 an "gesparten" Tabletten.
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21.05.2014, 15:45,
#7
RE: Triptantabletten als Vorbeugung
Zitat:Mit 3 x 2,5mg Frovatriptan pro Tag, zusätzlich zu den 2 x 120 mg Verapamil, war ich im Dezember 2008 fast schmerzfrei. Maximal 2 x 2,5 mg pro Tag sind laut Beipackzettel (RTF) erlaubt.

EKG und Blutdruck waren in der Zeit O.K., ich habe keinerlei Nebenwirkungen gespürt. Ab dem 17.12.2008 habe ich kein Frovatriptan mehr genommen, seit dem 05.01.2009 bei weiterhin 2 x 120 mg Verapamil pro Tag keine Attacken mehr gehabt. Falls der Cluster-Kopfschmerz wieder schlimmer wird, würde ich es wieder mit Frovatriptan versuchen, vielleicht aber auch mal mit einem anderen lang wirksamen Triptan zur Vorbeugung.

Nachfolgend noch ein paar Erkenntnisse aus der "Böööcherei", ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit.

Im Gegensatz zu früheren Befürchtungen sind Triptane anscheinend ganz gut verträglich und führen nicht zu ischämischen Komplikationen, wie eine Fallkontrollstudie mit 17439 Triptananwendern in den Niederlanden ergab. Siehe dazu www.tellmed.ch bzw. im Original [1]. Es gibt aber auch anderslautende Einzelfallberichte bzgl. Frovatriptan,[6] in einzelnen Fällen haben Rizatriptan bzw. Zolmitriptan anscheinend Niereninfarkte verursacht.[7]
Zitat:

Triptan-Überkonsum scheint kein Risikofaktor für ischämische Komplikationen zu sein. Ergotamine hingegen scheinen das Risiko für Ischämien zu erhöhen, insbesondere bei zusätzlicher kardiovaskulärer Medikation.

Quelle: www.tellmed.ch



Frovatriptan wurde in Dosisfindungsstudien zur Migränebehandlung ohne ernsthafte Nebenwirkungen bis zu 40mg/Tag dosiert[2] und wurde im Langzeitversuch über 12 Monate bei bis zu 3 x 2,5mg innerhalb von 24 Stunden ganz gut vertragen.[3] Die maximale Frovatriptan Einzeldosis, die gesunden männlichen Probanden verabreicht wurde, betrug 100mg, auch diese Dosis wurde gut vertragen.[4]
Zitat:

Analysis of the entire clinical database (n=2392) demonstrated that frovatriptan was well tolerated by the patients regardless of their age, gender, race, concomitant medication, or the presence of cardiovascular risk factors. No effects of frovatriptan on heart rate, blood pressure, 12-lead electrocardiogram, hematology screen, or blood chemistry were observed. No patient suffered any treatment-related serious adverse event.

CONCLUSIONS: Short- and long-term use of frovatriptan 2.5 mg was well tolerated by a wide variety of patients. Frovatriptan treatment produced an adverse events profile similar to that of placebo, and in a direct comparison study was better tolerated than sumatriptan 100 mg.

Quelle ([3]) : www.ncbi.nlm.nih.gov



Im Rahmen einer weiteren Studie wurde Migräne-PatientInnen mit koronarer Herzkrankheit oder mit hohem Risiko für koronare Herzkrankheiten gezielt aber placebokontrolliert und völlig erfolglos Frovatriptan verabreicht. Die haben das alle ohne ernstere Nebenwirkungen überlebt. Klinisch signifikante Veränderungen des EKGs der PatientInnen waren in dieser Studie bei der Verwendung von Placebo häufiger als bei der Verwendung von Frovatriptan.[5] Abstract: www.ncbi.nlm.nih.gov

Eine interessante Übersichtarbeit über Frovatriptan bei Migräne, Free Full Text: www.pubmedcentral.nih.gov

Ob es sinnvoller ist, vorbeugend Triptan-Tabletten zu nehmen oder aber erst die Attacken abzuwarten und dann zweimal (oder öfter ? ) pro Tag Sumatriptan inject zu injizieren, das kann ich nicht beurteilen, muss wohl jede® für sich selbst entscheiden. Im Zweifel fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker!

Ergotamin und Triptane können auch bei Cluster-Kopfschmerzpatientinnen und Patienten einen Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch verursachen, mehr dazu hier: » interner Link «

Sumatriptan in Tablettenform zur vorbeugenden Behandlung von Cluster-Kopfschmerz wirkte in einer großen multizentrischen Studie nicht besser als Placebo, siehe oben. Über die vorbeugende Wirkung von Frovatriptan, Eletriptan und von Naratriptan bei Cluster-Kopfschmerz gibt es nur wenige kleine Studien, auch diese Medikamente helfen nicht bei allen Patienten. Über die vorbeugende Wirkung der anderen Triptane bei Cluster-Kopfschmerz wissen wir nichts, vielleicht mal ausprobieren?

Eine ausführliche vergleichende Übersicht über die Wirkungen und Nebenwirkungen der Triptane bei Migräne gibt es auf der Seite von Prof. Dr. Hartmut Göbel: www.migraene-schule.de

Zusammenfassend finde ich, Triptane zur vorbeugenden Behandlung von Cluster-Kopfschmerz werden zu selten verordnet. Was machen, wenn Verapamil nicht mehr hilft oder aus persönlichen gesundheitlichen Gründen nicht verwendet werden darf? Verapamil verursachte bei einem Teil der Patienten in dieser Studie www.ncbi.nlm.nih.gov Herzprobleme. Corticosteroide helfen nicht bei jedem und haben auch so ihre Nebenwirkungen. Weitere Alternativen, nach der DGN Leitlinie 2008: Lithium, Topiramat, Methysergid, Ergotamin, Valproinsäure, Dihydroergotamin i. v., Pizotifen, Capsaicin-Salbe in das Nasenloch, Melatonin, Blockade des N. occipitalis major, Stimulation des N. occipitalis major oder Tiefenhirnstimulation.

Zur Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie bitte die Gebrauchsinformationen und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.


Quellen:

1.) Wammes-van der Heijden EA, Rahimtoola H, Leufkens HG, Tijssen CC, Egberts AC.: Risk of ischemic complications related to the intensity of triptan and ergotamine use. Neurology. 2006; 67(7): 1128-1134. Abstract: www.ncbi.nlm.nih.gov

2. ) Rapoport A, Ryan R, Goldstein J, Keywood C.: Dose range-finding studies with frovatriptan in the acute treatment of migraine. Headache. 2002 Apr; 42 Suppl 2: S74-83. www.ncbi.nlm.nih.gov

3.) Géraud G, Spierings EL, Keywood C.: Tolerability and safety of frovatriptan with short- and long-term use for treatment of migraine and in comparison with sumatriptan. Headache. 2002 Apr; 42 Suppl 2: S93-9. www.ncbi.nlm.nih.gov

4.) Fachinformation Allegro® 2,5 mg Filmtabletten: portal.dimdi.de (RTF-Datei)

5.) Elkind AH, Satin LZ, Nila A, Keywood C.: Frovatriptan use in migraineurs with or at high risk of coronary artery disease. Headache. 2004 May; 44(5): 403-10. www.ncbi.nlm.nih.gov

6.) Hadjiloizou N, Rakhit R.: Frovatriptan, a probable cause of coronary vasoconstriction. Int J Clin Pract. 2008 Jul; 62(7): 1121-2. (No abstract) www.ncbi.nlm.nih.gov

7.) Fulton JA, Kahn J, Nelson LS, Hoffman RS.: Renal infarction during the use of rizatriptan and zolmitriptan: two case reports. Clin Toxicol (Phila). 2006; 44(2): 177-80. www.ncbi.nlm.nih.gov


P.S.: Fast alle medizinischen Studien zu Medikamenten werden von der Pharmaindustrie finanziell unterstützt. Ob und mit wem der Autor dieses Forenbeitrages einen Beratervertrag abgeschlossen hat, dass weiß bisher auch keiner so genau.


Zitat:Mal eben ein kurzer Gruß aus Meck-Pomm und ein kurzes Update zu Allegro: Seit 15.07. ist Allegro zuzahlungspflichtig - habe 9 Euro für 12 Tabletten bezahlt.


Zitat:Meine Episode dauert nun bereits knapp 5 Wochen. Sie begann am 22/23.07.2009. Seit dieser Zeit habe ich 8 Attacken gehabt. Gleich am ersten Tag habe ich mit Verapamil begonnen und mit 2 x täglich Naramig (bzw. Formigran).

Derzeit schleiche ich das Verapamil komplett aus. Naramig habe ich auf 3 x täglich erhöht. Tagsüber habe ich seitdem gar keine Attacken mehr. Ganz selten 1 Attacke ca. 1 Stunde nach dem Zubettgehen. Ansonsten ist Ruhe

Ich habe an 2 freien Tagen einmal versucht diesen ohne Naramig zu begehen und hatte prompt Attacken. In den anderen Episoden früher hatte ich immer zwischen 3 - 8 Attacken täglich! Durch das Naramig ist alles anders! Der CK ist da aber er kommt nicht mehr durch!

Verapamil schleiche ich aus, da es mir keinen Nutzen bringt wenn ich mit Naramig vorbeuge. Und ich leide auch immer unter extremer Verstopfung bei Verapamil. Daher setze ich das komplett ab.

Meine Episoden dauern im Schnitt immer max. 12 Wochen. Die Hälfte ist fast rum. Bin mal gespannt wie es weitergeht. Nebenwirkungen durch die häufige Einnahme von Naramig gibt es (bisher) keine. Alles bestens


Zitat:Mal ein kurzes Update: Die Episode dauert nun bereits 9 Wochen und wie immer wird sie mit jedem Tag etwas heftiger. Aber:

Nach wie vor nehme ich Naramig 3-4 x täglich ein und es zeigen sich keinerlei Nebenwirkungen! Ich hatte ehrlich gesagt auch nicht damit gerechnet, denn: Normalerweise nutzt man für akute Attacken Imigran Inject. Das man davon 3-4 am Tag braucht ist ja nicht ungewöhnlich. Ich verzichte bisher komplett auf ALLE anderen Medikamente - Ich habe zwar Imigran, mußte es aber bisher noch kein einziges Mal einsetzen Und ich sehe vom gesundheitlichen Aspekt keinen Unterschied darin, ob ich mir 4 x täglich Imigran spritze oder 3-4 x täglich Naramig einnehme. Naramig dürfte hier sogar klar im Vorteil sein, da es ja ein etwas "Moderneres" Triptan wie das in die Jahre gekommene Imigran ist und bei der Konzeption wert darauf gelegt wurde, das es möglichst nebenwirkungsfrei ist.Und dies wird ja noch verdeutlicht, indem man es jetzt als Formigran sogar rezeptfrei erwerben kann.

Mit fortlaufender Dauer einer Episode werden die Attacken bei mir immer häufiger und schmerzhafter bis sie dann ganz plötzlich einfach aufhören und das wars dann wieder. Das kenne ich ja bereits. Daher verwundert es mich auch nicht, das Naramig nun nicht mehr so effektiv wirkt wie zu anfangs. Es kommen immer mehr Attacken durch, die sich aber gut aushalten lassen. Nachts kann ich nun leider auch mit Naramig nicht mehr durchschlafen. Die Attacken reissen mich praktisch stündlich aus dem Schlaf. Aber die meisten Attacken sind nach 10 Minuten wieder vorbei und auch max. Stufe 4 - Also wirken tut Naramig nach wie vor nur die Dosis ist wohl nun zu gering.

Daher habe ich vor 2 Tagen einmal einen Versuch gestartet und gleich 2 Naramig abends genommen. Und siehe da? Ich hab die Nacht durchgeschlafen. Das erste Mal in dieser Woche. Also liegt es an der Dosis.

Dennoch werde ich die bisherige Einnahme (max. alle 6 Stunden eine) beibehalten.

Übrigens habe ich auch einige Male die Einnahme von Naramig vergessen und wurde erst daran erinnnert, als ich ein mir bekanntes unangenehmes leichtes Ziepen im Kopf verspürt habe. DIESE Attacken wurden dann zu den mir bekannten HÖLLENSCHMERZEN. Also die vorbeugende Wirkung ist eindeutig bewiesen. Ich frage mich, wieso hierzu keine Studien gemacht werden. Könnte man doch durch die Prophylaxe mit Triptanen vielen Menschen die Schmerzen fast komplett nehmen!

Zum Schluß nochmals der Hinweis, das das, was ich hier gerade mache von KEINEM ARZT empfohlen wird bzw. das einem NIEMAND dazu raten würde. Das ist Experimentell und NICHT zur Nachahmung empfohlen! Der Beipackzettel von Naramig empfiehlt die max. Einnahme von 8 Tabletten/Monat. Bei mir sind es derzeit um die 100! Die häufige Einnahme von Naratriptan kann bei Menschen mit Herz- oder Gefässkrankheiten extremste Gesundheitsstörungen auslösen. Also BITTE NICHT NACHMACHEN! Ich mache es weil ich weiß das ich ansonsten gesund und fit bin und habe es mir vom Arzt bestätigen lassen und da mir sonst keiner helfen kann oder will - Ich kenne meinen Körper und die Krankheit selber am Besten und daher "experimentiere" ich eben etwas herum um für MICH die höchstmögliche Schmerzfreiheit zu erlangen!
Zitieren
21.05.2014, 15:50,
#8
RE: Triptantabletten als Vorbeugung
Zitat:Mal eine kurze Ergänzung: Einige Tage nach meinem letzten Post zeigt sich, das Naramig so langsam nicht mehr immer die erwünschte Wirkung zeigt. Trotz Einnahme hatte ich vorgestern und gestern Abend jeweils recht heftige Attacken. Einer davon würde ich sogar Stufe 9 geben Diese habe ich nach ca. 70 Minuten weil es nicht mehr anders ging, mit einer Imigran-Injection gekillt Übrigens die ERSTE Spritze seit Beginn meiner Episode vor fast 10 Wochen.

Dennoch wirkt das Naramig nach wie vor - wenn auch nicht mehr so gut wie zu anfangs. Ich merke mehrmals täglich deutlich, das sich eine Attacke aufbauen möchte, aber ausser einem leichten Ziepen passiert nix.

Die letzten beiden Nächte waren ebenfalls extrem. Klar, ich könnte die Attacken immer sofort mit einer Spritze beenden. Aber das hebe ich mir für die schlimmen Fälle auf. Die "normalen" Attacken mit max. 30 Minuten sitz ich einfach aus. Mittlerweile macht mir das auch nichts mehr aus. Man gewöhnt sich glaube ich bis zu einem gewissen Pegel an die Schmerzen. Ich habe derzeit praktisch immer 1 Stunde nach dem Zubettgehen eine Attacke. Diese dauert dann im Schnitt 20 Minuten. Gehe ich dann wieder zu Bett widerholt sich das ganze Spiel erneut - bis zum Morgen. Das schlaucht natürlich schon Heute Nacht werde ich mal wieder 2 Naramig nehmen damit ich (hoffentlich!) wieder 6 Stunden am Stück Ruhe finde. Und es ist dann natürlich auch wieder eine Bestätigung mehr für die Wirksamkeit vorbeugend.

Falls ich jemandem hier mit meiner detaillierten Beschreibung auf den Geist gehe möge er mir verzeihen. Da ich selber nicht extra ein Tagebuch führe, sind diese Einträge hier so ein bischen Ersatz dafür

Läuft diese Episode so ab, wie die meisten anderen in den 10 Jahren davor, so wird sie in den nächsten 1-3 Wochen enden.


Zitat:lass dir doch mal Allegro verschreiben... das hat noch eine längere Wirkzeit als Naratriptan und ist für die Nacht gut geeignet.
Bei mir wirkt jedoch Naratriptan ein wenig stärker, Allergro eben länger.
Nimm ruhig mal 2 Nara auf einmal, so ca. 1 h vor dem zu Bett gehen.

Vermeide alle Trigger wie Schoki, Rotwein und Bier!


Zitat:Tja, bzgl. Studie(n) zur Cluster-Kopfschmerz Vorbeugung mit langwirksamen Triptanen: Die multizentrische Studie mit Frovatriptan bei Episodikern wurde letztes Jahr leider abgebrochen.
http://www.ck-wissen.de/forum/thread.php?id=384

Die Gründe für den Abbruch der Studie:

"Nicht genügend Probanden." - PD Dr. Katsarava, Essen.

"Zu kompliziertes Study-Design." - Prof. Dr. Limmroth, Köln.

"Zu viele Protokollverstöße der Probanden, Sumatriptan injekt wurde zusätzlich verwendet." - Dr. Pageler, Köln.

Dr. Pageler sagte zudem, dass ein Bericht über die Gründe für den Studienabbruch zur Publikation in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift eingereicht wurde. Ich bin gespannt, was drinsteht und ob es eine Wiederholung der Studie mit geänderten Bedingungen geben wird.

Vielleicht sollte man Deine Berichte als Fallstudie zur Publikation in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift einreichen? - Ernsthaft. Mach doch mal einen Termin bei Dr. Pageler, Telefon 0221/8907-3366.

Dr. Pageler könnte vielleicht auch einen Brief an Deinen Arzt schreiben, damit Dein Arzt Dir bei der nächsten Episode (die hoffentlich nie kommen wird) Naratriptan verordnet?


Zitat:ich nehme jetzt jetzt seit mitte November 2009, täglich 1 Tbl. Allegro 2,5mg zur gleichen Zeit ein. 24:00h

Sie wurden mir verschrieben, weil die Attackenanzahl und Stärke stetig zunahm und ich Mittel wie Lithium, Topamax, usw. nicht vertragen habe.

Als Grundprophylaxe nehme ich Verapamil morgens und abends je 360mg.

Ergebnis:

Im November hatte ich 96 Attacken. Seit der Einnahme von Allegro verringerten sich die nächtlichen Attacken nur gering und ich bekam dafür mehr in den frühen Abendstunden.

Im Dezember waren es nur noch 40 Attacken. Aber schon mit dem großen Unterschied, dass ich JEDE Nacht durchschlafen konnte. Nach wie vor kamen die Attacken jetzt in den frühen Abendstunden oder auch nach dem Mittagschlaf. Welcher nie länger als eine Stunde ist. Ich stell mir einen Wecker oder lasse mich wecken.

Im Januar lag ich 22 Attacken und im Februar waren es nur noch 17.

Momentan werden es wieder mehr, was ich aber dem endlich nahendem Frühling in die Schuhe schiebe. Einer muss ja Schuld haben.

Nebenwirkungen: Anfangs hatte ich erheblichen nächtlichen Harndrang, was sich aber nach längerer Einnahme wieder gab.
Luftknappheit bei Anstrengung oder schnellerem Gehen. Hatte ich aber auch unter Verapamil schon, genauso, wie gelegentliches Herzrasen.

EKG/Blutwerte werden jeden Monat getestet und sind einwandfrei.

Kurz um, ich bin sehr zufrieden, denn ich habe wieder Schwung zum Leben.

Doch nun die Schrecknachricht des Tages, zumindest für mich.

Mein Arzt will die Allegro ende April absetzen, um zu sehen ob ich dann noch immer unten bleibe mit den Attacken

Und das, obwohl ich ihm sagte, dass ich 3 x die Einnahme vergessen habe und prompt nach 1,5 Std einen Kopfstand gemacht habe. 3-4 Attacken in der Nacht.

Das ist mir zu hoch!! Wenn es mir unter Allegro gut geht, warum soll ich sie absetzen?

Hat von Euch jemand Erfahrung mit längerer Einnahme von Allegro?

Mein Arzt ist unsicher, weil es keine Langzeitstudien gibt. Warum? Von Topamax oder anderen Medis gibt es Die und ich vertrag sie nicht!!! Was soll so ein Unfug?

Was soll ich tun? Mich gruselt es schon bei dem Gedanken, Die wieder abzusetzen.

Guter Rat ist teuer, habt ihr welchen?

Zitat:aus der einzigen mir bekannten Studie über Frovatriptan zur vorbeugenden Behandlung von Cluster-Kopfschmerz:

Unerwünschte Ereignisse (Nebenwirkungen) traten laut den Autoren nicht auf.

Ein Patient verwendete 2 x 2,5 mg Frovatriptan täglich über fünf Monate und ein weiterer verwendete 2 x 2,5 mg Frovatriptan täglich über acht Monate, ohne dass unerwünschte Wirkungen auftraten.


Die Originalarbeit von Siow HC, Pozo-Rosich P, Silberstein SD.: Frovatriptan for the treatment of cluster headaches. Cephalalgia. 2004; 24(12): 1045-8. ist im Volltext Online noch bis zum 31.03.2010 kostenlos verfügbar:

HTML: cep.sagepub.com

PDF: cep.sagepub.com


Falls Dein Arzt dies noch nicht kennt, kannst Du ihn vielleicht damit überzeugen?

Frag doch bitte auch mal nach, was die Alternativen sind? - Ist die tägliche Verwendung von Imigran® s.c. zur Attackenkupierung verträglicher oder "gesünder" als das Frovatriptan zur Vorbeugung?

Vielleicht kann Dein Arzt auch bei Prof. Dr. Stephen D. Silberstein nachfragen, wie die weiteren Erfahrungen dort mit Frovatriptan zur vorbeugenden Behandlung von Cluster-Kopfschmerz sind?

Stephen D. Silberstein
Jefferson Headache Center
111 South 11th Street
Suite 8130 Gibbon
Philadelphia, PA 19107
Fax: (215) 955-2060
Phone: (215) 955-2037
www.jefferson.edu
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21.05.2014, 15:52,
#9
RE: Triptantabletten als Vorbeugung
Zitat:Wird auch mal Zeit, meinen Erfahrungsbericht mit Frovatriptan fortzusetzen:

Frovatriptan hatte ich bereits erfolgreich für drei Wochen im Dezember 2008 und für eine Woche im Juni 2009 verwendet: 3 x 2,5 mg täglich als zusätzliche vorbeugende Medikation, zusätzlich zu den seit 2006 üblichen 2 x 120mg Verapamil retard täglich.

Im Dezember 2009 hatte ich 26 Attacken, danach drei Wochen lang nichts. In der letzen Januarwoche 2010 ging es wieder los: Zwei Nächte mit je zwei Attacken und dann eine Nacht mit vier Attacken. Deshalb ab Ende Januar wieder Frovatriptan zusätzlich zum Verapamil. Ab der ersten Frovatriptan Tablette habe ich jede Nacht durchschlafen können, keine Attacken!!!

Allerdings gab es Attacken tagsüber. Wenn ich mir meine Aufzeichnungen anschaue: 80-90% der Attacken lagen zeitlich im Bereich von +/- einer Stunde vor oder nach den Einnahmezeitpunkten der Frovatriptan Tabletten (7:00 Uhr, 15:00 Uhr und 23:00 Uhr).
Zitat:

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption
Nach Verabreichung einer oralen Einzeldosis von 2,5 mg an gesunde Probanden betrug die mittlere maximale Blutkonzentration von Frovatriptan (Cmax), die innerhalb von 2 bis 4 Stunden erreicht wurde, 4,2 ng/ml bei Männern und 7,0 ng/ml bei Frauen. Die mittlere Fläche unter der Kurve (AUC) betrug 42,9 und 94,0 ng*h/ml bei Männern bzw. Frauen.

Die orale Bioverfügbarkeit betrug 22 % bei Männern und 30 % bei Frauen. Die Pharmakokinetik von Frovatriptan war bei gesunden Probanden und Migräne-Patienten gleichartig. Ebenso fand sich kein Unterschied in den pharmakokinetischen Parametern während oder zwischen Migräneanfällen.

Über den in klinischen Studien untersuchten Dosisbereich (1 mg bis 40 mg) zeigte Frovatriptan generell eine lineare Pharmakokinetik.

Quelle: Fachinformation Allegro® 2,5 mg Filmtabletten - Rich Text Format (RTF) © BfArM portal.dimdi.de



Schlussfolgerung daraus: Bei der nächsten "Cluster-Eskalation" werde ich nach Rücksprache mit der Kopfschmerzambulanz wohl die tägliche Frovatriptan Dosis auf 4 x 2,5mg (oder mehr) erhöhen, um ein noch besseres Ergebnis zu erreichen.

Auf Frovatriptan Auslassversuche hatte ich im Gegensatz zu Dez. 2008 diesmal verzichtet und das Medikament über drei Wochen durchgehen täglich mit 3 x 2,5mg eingenommen. Nebenwirkungen habe ich keine bemerkt.

Ab dem 19.02.2010 hatte ich keine Attacken mehr. Nach dem Absetzen von Frovatriptan am 22.02.2010 gab es einzelne leichte Attacken am 24.02., 27.02. und am 28.02., die beiden letzteren vermutlich ausgelöst durch den Verzehr von Räucherlachs. Ja, selber Schuld, Übermut tut selten gut, ich weiß dass mir Fisch nicht gut tut. Seit dem 28.02.2010 bin ich komplett frei von Attacken, nur noch gelegentliche "Anklopfer" bei weiterhin 2 x 120mg Verapamil/Tag.


Zu möglichen Risiken und Nebenwirkungen von Frovatriptan lesen Sie bitte die Gebrauchsinformationen portal.dimdi.de (RTF) und ggf. die Fachinformationen portal.dimdi.de (RTF) und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.


Zitat:Und für alle, die Allegro nehmen: Ich habe jetzt Tigreat bekommen - ist auch Frovatriptan, allerdings ein Import aus Italien, kostet aber nur 66 € pro 12 Tabletten und ist für Kassenpatienten zuzahlungsfrei. Laut meinem Neuro genau so wirksam wie Allegro und mit genau so wenig Nebenwirkungen. Ich bin mal gespannt, ob ich die vertrage (ich habe ja schon mal häufiger Probleme mit den Beimischungen).


Zitat:Ich bin Episodiker und verwende zum ersten mal durchgehend Sauerstoff zusätzlich zu Verapamil in dieser Episode. Verapamil nehme ich seit 8-10 Jahren, Sauerstoff erst in dieser , seit fast 4 Monaten andauernden Episode. Nun merke ich eine Abweichung zu meinen Episoden der letzten 20 Jahre: Diese dauert nun schon 1 Monat länger wie mein üblicher Schnitt, und dieses Mal habe ich nach 3 Monaten eine eine Erhöhung der Attacken-Taktung von sonst durchschnittlich 2 Stunden (nachts) auf teilweise 45 Minuten Abstände. Ich bin sehr versucht das dem Sauerstoff zuzuschreiben...

Da ich dann Nachts noch mehr Zeit hatte zu surfen, bin ich auf diesen interessanten Thread gestossen, habe mir Formigran gekauft, abends eine Tablette genommen und konnte zum erstmal seit 4 Wochen mal durchschlafen. Was mich verständlicherweise entzückt...die letzten Nächte hat es weiterhin funktioniert, allerdings - und nun eine Frage an Friedrich - habe ich gestern zum ersten Mal seit mindestens 15 Jahren eine leichte Attacke tagsüber gehabt. @ Friederich, du schreibst das auch, hattest du immer tagsüber Attacken, oder haben diese sich dann verlagert?

Zitat:normalerweise sind die meisten meiner Attacken nachts und aus dem Schlaf heraus. In den drei Wochen mit Frovatriptan habe ich jeden Abend um ca. 23.:00 Uhr eine Tablette 2,5mg Allegro® genommen und bin gegen ca. 24:00 Uhr ins Bett gegangen. Bis auf eine kleine (vermutlich durch Glutamat ausgelöste) Attacke ansonsten in der Zeit keine einzige Attacke aus dem Schlaf heraus.

Attacken kamen aber am frühen Morgen und Nachmittags, meist innerhalb von einer Stunde vor oder nach den Tabletteneinnahmen um 7:00 Uhr und 15:00 Uhr. Ich denke deshalb, dass die Frovatriptan Dosis für mich noch zu niedrig war, siehe oben, Zitat "Pharmakokinetische Eigenschaften".

Was an Attacken tagsüber kam ließ sich hervorragend mit Sauerstoff kupieren.

Sauerstoff auf jeden Fall mindestens 5 Minuten "nachschnüffeln", nachdem der Schmerz der Attacke abgeklungen ist. Ich denke es gibt hier genug Cluster-Patientinnen und Patienten, die dies aus langjähriger Erfahrung bestätigen können.
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21.05.2014, 15:54, (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.05.2014, 15:55 von Stephan.)
#10
RE: Triptantabletten als Vorbeugung
Zitat:Hallo,

das zeichnet sich bei mir ähnlich ab. Wenn ich um 22 Uhr 2.5 mg nehme, wache um 6 Uhr mit einer Attacke auf, bei der Einnahme um 23 Uhr werde ich um 7 Uhr geweckt. Also scheint nach 7 Stunden der Pegel zu gering zu sein. Natürlich ist 7 Stunden schlafen ein paradiesischer Zustand...

Ironischerweise bin ich allerdings Tagsüber trotz durchschlafen müder als ich es bin, wenn ich alle 2 Stunden geweckt werde. Das Naratriptan schafft es, mich um 16 Uhr zwischen tobenden Kindern einschlafen zu lassen. Möglicherweise muß ich mich auch erst an diese neuen Tabletten gewöhnen, heute nach 6 Tagen ging es schon viel besser. Geht es jemandem ähnlich, machen Triptane müde?

Andererseits ist es vielleicht eine absurde Frage, wenn man mehrere Wochen nicht richtig schläft kann man ja mal müde sein ;-)

Zitat:von Müdigkeit habe ich während der Einnahme von dreimal 2,5mg Frovatriptan pro Tag nichts gemerkt. Eigentlich fühlte ich mich etwas fitter als sonst und auf jeden Fall besser als mit den nächtlichen Attacken.

Was mich chronisch müde macht, das ist das Verapamil.

Hier noch was zur Info, vom Live Chat mit Prof. Dr. H. Göbel gestern Abend :
Zitat:

Friedrich sagte vor 23 Stunden und 14 Minuten:

Sehr geehrter Herr Professor Dr. Göbel,

einige vom Cluster-Kopfschmerz Betroffene, darunter auch ich, haben mit lange wirksamen Triptanen wie Eletriptan, Frovatriptan oder Naratriptan zur (ggf. zusätzlichen) vorbeugenden Behandlung gute Erfahrungen gemacht. Spricht etwas dagegen, diese Medikamente über einen längeren Zeitraum, z.B. über mehrere Monate vorbeugend einzunehmen?



Hartmut Göbel sagte vor 21 Stunden und 57 Minuten:

Die Hersteller können und dürfen diese Anwendung nicht empfehlen. Es gibt dazu weder Daten zur Verträglichkeit noch zur Sicherheit. Eine solche Entscheidung kann also nur im Einzelfall und eigener Verantwortung gefällt werden. Es ist seit langem bekannt, dass 5-HT1-Agonisten wirksam sind, früher hat man unselektive Ergotalkaloide verwendet. Problem dabei ist die dauernde gefäßverengende Wirkung. Die Therapie ist gegen Cluster nach aller Erfahrung gut wirksam, eignet sich aber grundsätzlich nicht für die Dauertherapie. Nur in selten Ausnahefällen kann von dieser Regel abgewichen werden.

Quelle: netz.schmerzklinik.de


Zitat:Hallo,

ich habe Naratriptan 2,5 mg von Ratiopharm verschrieben bekommen.

Der Wirkeintritt ist bei mir deutlich später und die Wirkung deutlich schlechter als bei Formigran von Glaxo. Ein Totalausfall war auch dabei.
Auch 1A-Pharma hab ich probiert - auch schlechter.

Ich muss dazu sagen, dass ich Naratriptan und Frovatriptan während dieser Episode immer 1 Std. vor körperlicher Anstrengung, die bei mir anscheinend triggert, nehme.

Formigran und Allegro hab ich 15x genommen, Naratriptan von Ratiopharm 3x und von 1A-Pharma 4x.

Oder alles Placebo?

Zitat:der maximale Plasmaspiegel ist bei Frovatriptan erst nach ca. 2-4 Stunden erreicht, bei Naratriptan nach 2-3 Stunden. Übersicht hier: http://www.ck-wissen.de/ckwiki/index.php...9Cbersicht

Genauere Daten und deren Streubereiche hier, Tabelle 1: www.springerlink.com - Free full text.

Also vielleicht besser schon 2-3 Stunden vor der körperlichen Anstrengung die Tablette nehmen?
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