Geschichte des Cluster-Kopfschmerzes

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Version vom 14. Juni 2014, 20:29 Uhr von Friedrich (Diskussion | Beiträge) (Wilfred Harris - 1926: Nervus infraorbitalis + Harris W.: Neuritis and Neuralgia. p. 307-12.)
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In der Literatur finden sich Hinweise auf einige ältere Beschreibungen, bei denen die jeweiligen Autoren Fälle von Cluster-Kopfschmerz vermuten. Die heutigen Diagnosekriterien wurden 2004 in der Klassifikation der Kopfschmerzerkrankungen der International Headache Society, IHS-ICHD-II Klassifikation 3.1 definiert.[1] Dabei ist das Zeitmuster mit den relativ kurz dauernden Attacken (1-16 Attacken in 48 Stunden) das entscheidende Symptom, ohne das diese Diagnose gar nicht gestellt werden kann. Auch bei der Migräne können ein tränendes Auge und eine laufende Nase als Begleitsymptome auftreten.[2][3] Wenigstens eines der autonomen Begleitsymptome ist nach den Kriterien der IHS zur Diagnose des Cluster-Kopfschmerzes erforderlich. Ob bei den folgenden Beschreibungen eventuell ein symptomatischer Cluster-Kopfschmerz als Folge einer anderen Erkrankung vorlag, ist heute nicht mehr feststellbar.

In dem Artikel Geschichte des Cluster-Kopfschmerzes haben wir versucht, die in der Literatur genannten oder vermuteten historischen Fälle möglichst vollständig und unter Verwendung der Originalzitate und der Angabe der Originalquellen zusammenzutragen. Mögen sich Leserinnen und Leser selbst eine Meinung zu den einzelnen Beschreibungen bilden.

Die erste vollständige Beschreibung des heute "Cluster-Kopfschmerz" genannten Krankheitsbildes erfolgte 1926 durch Wilfred Harris. Er nannte diese Erkrankung "Ciliary (migrainous) neuralgia" (Ziliare migränöse Neuralgie).


Antike

Die griechische und römische Literatur der Antike erwähnt verschiedene Kopfschmerzerkrankungen, enthält aber keinerlei Hinweise auf die Existenz der Cluster-Kopfschmerzen.[4] Autoren der byzantinischen medizinischen Literatur beschreiben neben anderen Kopfschmerzarten einen Kopfschmerz, der nach vorheriger Einwirkung von Hitze auftritt. Dieser sei auch mit einer Rötung der Augen verbunden. Die byzantinischen Beschreibungen der Kopfschmerztypen erfüllen die Diagnosekriterien für Cluster-Kopfschmerz nicht in ausreichender Weise.[5]

17. Jahrhundert

Nicolaes Tulp - 1641

Nicolaes Tulp

Der niederländische Arzt Nicolaes Tulp beschreibt 1641 verschiedene Kopfschmerzerkrankungen, darunter der Fall des Isaak van Halmaal:

... In the beginning of the summer season, [he] was afflicted with a very severe headache, occurring and disappearing daily on fixed hours, with such intensity that he often assured me that he could not bear the pain anymore or he would succumb shortly. For rarely it lasted longer than two hours. And the rest of the day there was no fever, not indisposition of the urine, no any infirmity of the pulse. But this recurring pain lasted until the fourteenth day ... He asked nature for help, ... and lost a great amount of fluid from the nose ... [and] was relieved in a short period of time ...[6] (Text in Altniederländisch von 1740 + Übersetzung).

Dies ist vermutlich die Beschreibung eines Mannes mit Cluster-Kopfschmerz, auch wenn der einseitige Schmerz und weitere autonome Begleitsymptome außer dem Nasenlaufen nicht erwähnt werden. [7] Was Cluster-Kopfschmerz vermuten lässt ist die beschriebene Stärke der Attacken, die relativ kurze Dauer von selten mehr als zwei Stunden, das Auftreten der Schmerzen zum Beginn des Sommers und die Regelmäßigkeit, mit der die Attacken täglich zu festen Zeiten auftraten. Die täglichen Schmerzattacken endeten nach 14 Tagen. Den Diagnosekriterien der IHS-ICHD-II 3.1 entspricht die Beschreibung von Nicolaes Tulp schon wegen der fehlenden Erwähnung der Einseitigkeit nicht.

Thomas Willis - 1672

Thomas Willis

1672 unterscheidet Thomas Willis verschiedene Kopfschmerzarten, unter anderem basierend auf der Periodizität und des zeitlichen Ablaufes der Erkrankung.[8] Er beobachtete Kopfschmerzperioden, die sich in festen Intervallen wiederholten:

"usually the attacks of seemingly suppressed headache recur around the solstices and equinoxes [...] but the majority, provided with subordinate periods, habitually molests at fixed hours within every cycle of 24 hours."[4]

Mit "subordinate periods" meint Thomas Willis das, was wir heute als "Cluster" von täglichen und regelmäßig wiederkehrenden Attacken bezeichnen, mit langen freien Intervallen in denen es keinen Schmerz gibt: "seemingly suppressed".[4] Die Attacken treten gewöhnlich täglich zu festen Stunden auf.

Der Originaltext dieser frühen Beschreibung der Cluster-Periodizität:

"Usitatum est, cephalalgiae [...] circa aequinoctia, aut solstitia accessiones recrudescere [...] sed plerumque (cephalalgiae) periodos subordinatas nactae, nycthemeri cujusque spatio statis quibusdam horis infestare solent."[9]


18. Jahrhundert

Abraham de la Pryme - 1702

Enrico B. Arkink et al. vermuten eine Beschreibung einer kurzen Cluster-Kopfschmerz Episode in einem britischen Text von Abraham de la Pryme aus dem frühen 18. Jahrhundert:[10]

"They being thus dead, were soon forgot, until that about 3 Weeks after, my Brother’s Servant, a most strong laborious Man, that had frequently put his Fingers into the Whelp’s Mouth, began to be troubled now and then with an exceeding acute Pain in the Head, sometimes once, sometimes twice a Day, so very vehement that he was forc’d to hold his Head with both his Hands, to hinder it from riving in two, which Fits commonly held him about an Hour at a time; in which his Throat would contract, as he said, and his Pulse tremble, and his Eyes behold every thing of a fiery red Colour. Thus was he tormented for a whole Week together, but being of a strong Constitution, and returning to his Labour in every Interval, he sweat and wrought it off, without any Physic."[11] PDF – Free full text

Francisco Suárez de Ribera - 1726

Der spanische Arzt, Buchautor und Hofarzt des spanischen Königs Philipp V. von Anjou, Francisco Suárez de Ribera (*1686 in Salamanca - † ca. 1751), berichtete 1726 in einem seiner fast 40 Bücher über die Kopfschmerzen einer Ordensschwester:[12][13]

Es, pues, el morbo que aflige a esta Religiosa, un dolor, que solo ocupa la media cabeza, el qual empieza en el huesso de la mexilla izquierda y por encima del ojo, y se va estendiendo por la parte superior, y anterior, de la cabeza, no llegando a tocar la nuca, el ombro, ni garganta, sí solo molesta con grandisima fuerza [. . .] la parte superior de la cabeza, de tal fuerte, que le parece a la enferma que los circunstantes oyen los golpes que dize le causan el dolor; la enferma llora por el ojo izquierdo y [quiere] abrise la cabeza; obligala a no poder para en la cama, sino es, como si fuera dementada, hablar desatinos con grandes gritos, no siendo capazes à sujetarla seis Religiosas, en estando con la fuerza del dolor.

La primera vez que la acometiò este dolor, fue quarto años ha por este tiempo, continuandola siempre por principio de Verano, y hasta que empieza el Otoño no cessa de molestarla, yà mas, yà menos; y en tiempo de Invierno, si alguna vez la repite, dura muy poco, y no con fuerca; con la advertencia, que por la noche se exacerva, y por el dia se mitiga.

Übersetzung: "Die Erkrankung dieser Nonne ist ein Schmerz, der liegt nur in der Hälfte des Kopfes, dieser beginnt im linken Wangenknochen und über dem Auge, verbreitet sich an den oberen und vorderen Seiten des Kopfes, nie in den Nacken, Schulter oder Hals; sondern er betrifft nur sehr stark den Kopf. Sie glaubt, dass das Pochen ihrer Schmerzen unter den Anwesenden zu hören ist; die Tränen beginnen aus dem linken Auge zu fließen und die Nonne weint und will ihren eigenen Kopf öffnen. Der Schmerz zwingt sie im Bett unruhig zu sein, als ob sie verrückt geworden wäre, und Unsinn zu reden mit großem Geschrei, und sechs weitere Nonnen können sie nicht halten, wegen ihrer Stärke während der Schmerzattacken.

Das erste Mal, dass dieser Schmerz geschah, war vor vier Jahren in dieser Jahreszeit, beginnend immer mit der Eröffnung des Sommers, sie mehr oder weniger störend, bis zum Beginn des Herbstes und im Winter ein wenig oder gar nicht; wenn er sich überhaupt wiederholt sehr kurz und nicht mit der Stärke; mit der Vorwarnung, dass es in der Nacht ansteigt und sich während des Tages mildert."

Dies ist vermutlich die erste Beschreibung von periodisch auftretenden Cluster-ähnlichen Kopfschmerzen in der spanischen Literatur. Nicht angegeben sind die Dauer und die Häufigkeit der Schmerzattacken.[12]

Gerard van Swieten - 1745

Gerard van Swieten

Gerard van Swieten, der Leibarzt der Maria Theresia von Österreich und Gründer der Wiener medizinischen Schule dokumentierte 1745 einen Fall von episodischem Cluster-Kopfschmerz. Diese Beschreibung entspricht den heutigen Diagnosekriterien der International Headache Society (IHS-ICHD-II Klassifikation 3.1)[14]:

"A healthy robust man of middle age [was suffering from] troublesome pain which came on every day at the same hour at the same spot above the orbit of the left eye, where the nerve emerges from the opening of the frontal bone; after a short time the left eye began to redden, and to overflow with tears; then he felt as if his eye was slowly forced out of its orbit with so much pain, that he nearly went mad. After a few hours all these evils ceased, and nothing in the eye appeared at all changed."

Originaltext: "Viro sano, robusto, mediae aetatis, quoti die eadem hora oriebatur molestis doloris sensus in eodem loco supra orbitam oculi sinistri, ubi nervus per foramen ossis frontis egreditur; post aliquod tempus inciebat oculus sinister rubere & lacrymis diffluere; deinde senfiebat, ac si oculus sensim extra orbitam protruderetur cum tanto dolore, ut fere fureret. Post aliquot horas omnia haec mala cessabant, & nihil in oculo mutatum omnino apparebat."[15]

Übersetzung: "Ein gesunder Mann mittleren Alters litt unter starken Schmerzen, welche jeden Tag zur gleichen Stunden an der gleichen Stelle über der Augenhöhle des linken Auges auftraten, wo der Nerv aus der vorderen Öffnung des Schädels tritt. Nach einer kurzen Zeit begann dann das linke Auge sich zu röten und mit Tränen überzulaufen. Dann fühlte er als ob sein Auge langsam aus seiner Augenhöhle gepresst werden würde, die Schmerzen waren so stark, dass er fast verrückt wurde. Nach ein paar Stunden hörten all diese Übel auf und es schien, als ob nie etwas mit dem Auge gewesen wäre."

Johann Christoph Ulrich Oppermann - 1747

Johann Christoph Ulrich Oppermann aus Regensburg beschreibt 1747 den Fall einer 35jährigen Frau. Diese litt seit fünf Jahren an "hemicrania horologica", einseitigen heftigsten Kopfschmerzen die Tag und Nacht zu jeder vollen Stunde auftraten und 15 Minuten lang andauerten. Dieser chronische Verlauf wurde nur durch eine Schwangerschaft unterbrochen.[16][4] Es gibt verschiedene Meinungen darüber, ob dies eine frühe Beschreibung der paroxysmalen Hemikranie ist[14], ob es dies nicht ist[17], oder ob es sich bei der "hemicrania horologica" um ein eigenständiges Krankheitsbild handelt[18]. Nach Oppermanns Beschreibung waren die Attacken so regelmäßig, dass die Frau aufgrund ihrer Attacken sagen konnte, ob die öffentlichen Uhren vor oder nach der korrekten Zeit schlugen: "...atque indicabat horam; id quod ipsa, si horologia publica machinalia subinde aberrant, aut nimis cito aut sero audirentur, accuratissime ad horologium suum cephalicum potest determinare."[16][19]

Giovanni Battista Morgagni - 1761

Giovanni Battista Morgagni

Giovanni Battista Morgagni (1682-1771), Professor der Medizin in Padua und Begründer der modernen Pathologie veröffentlichte 1761, bereits achtzigjährig, sein Hauptwerk, die fünf Bücher De sedibus et causis morborum per anatomen indagatis (Über den Sitz und die Ursachen der Krankheiten, aufgespürt durch die Anatomie). Darin beschreibt er auch die einseitigen Kopfschmerzen (Hemikranie) des Lawrence Bagattrini, den Morgagni als junger Arzt behandelt hatte[20]:

Lawrence Bagattrini had been seized not long before with an external, but very violent hemicrania, which returned every day at the eleventh hour [...] Having for many days used all other remedies in vain, I at length got to the better of the disorder, by means of a slight decoction of the woods; which gently agitating and impelling the circulating juices, threw the patient into sweats, and relieved him of this disorder. And Balonius testifies, that the same method suceeded with him also, in intolerable hemicranias, that returned every day, at a certain hour.[21]

Robert Whytt - 1764

Robert Whytt (1714-1766) war ab 1747 Professor der Medizin in Edinburgh. 1764 beschrieb er in seiner Arbeit "Observations on the nature, causes, and cure of those disorders which are commonly called nervous, hypochondriac or hysteric" "periodical headaches" (periodische Kopfschmerzen)[20]:

These either affect almost the whole head, especially in the forepart, or only one side of it; sometimes no more than one of the eyes, with part of the forehead and temple on the same side. They generally return once a day, nearly at the same hour, and as regularly as the fit of a quotidian ague. In some cases they are attended with a visible swelling, not only of the eye affected, but also of that side of the forehead. Sometimes the eye seems to sink within its orbit; at other times, nothing can be observed but that the eyes want their usual lustre, and look as if the person had watched long, or drunk too much.[22]

Aus dem weiteren Text erscheint es wahrscheinlich, dass Whytt’s Beschreibung sich auf eine Mischung aus Fällen der Migräne und eines einseitigen und vorderseitigen Kopfschmerzes mit einer sehr eigenartigen Periodizität und zeitlichen Verteilung bezieht.[20]

19. Jahrhundert

Johann Valentin Müller - 1813

Der erste bekannte deutschsprachige Bericht über eine Erkrankung, die Cluster-Kopfschmerz gewesen sein könnte, stammt von Johann Valentin Müller (1756-1813), einem Allgemeinmediziner aus Frankfurt am Main. Er war selber von dieser Erkrankung betroffen. Die Schmerzen setzten bei ihm erstmals 1777 im Alter von 20 Jahren ein. Der Bericht erschien 1813 in seinem Buch "Praktische Bemerkungen über die Kur des halbseitigen Kopfwehes oder der sogenannten Migraine mit beigefügten diätetischen Vorschriften und bewährten Arzneimitteln für Nervenkranke und Hypochondristen." [23][4] Buchauszug (PDF-Datei), Digitale Buchausgabe der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen.

Marshall Hall - 1836

Marshall Hall (1790 – 1857) war ein englischer Arzt und Physiologe. In seinen 1836 erschienenen "Lectures on the nervous system and its diseases" schildert er die "hemicrania intermittens": [20]

The hemicrania intermittens, or brow ague, is apt to recur in spring or autumn, from exposure to the north-east wind: it prevails in damp or marshy districts, and is frequently observed to accompany the epidemic influenza. [...] The ague pain occupies the brow, the temple, the forehead, the occiput; it is often excruciating, occasionally producing delirium, and, still more frequently, redness of the conjunctiva. It may occur once or twice in the course of the day. The pain is almost certainly removed by the quinine or the arsenic.[24]

Moritz Heinrich Romberg - 1840

Moritz Heinrich Romberg

1840 beschrieb Moritz Heinrich Romberg die Ziliare Neuralgie als wiederkehrende Schmerzen im Auge mit Injektion und Pupillenverengung die insbesondere nach starker Beanspruchung der Augen auftreten. Die Patienten meiden Sonnen- und Kerzenlicht.[25] Auch wenn Rombergs Ziliare Neuralgie gewisse Ähnlichkeiten mit dem Cluster-Kopfschmerz aufweist, scheint es sich doch eher um eine Augenerkrankung zu handeln.[26]

Friedrich Wilhelm Möllendorff - 1867

Friedrich Wilhelm Möllendorff schrieb 1867 "Ueber Hemikranie".[27] Einige seiner Patienten mögen tatsächlich an Cluster-Kopfschmerz gelitten haben, so berichtet er: "Eine Frau von 46 Jahren, sehr aufgeregten Temperamentes, von wüthender Hemikranie gepeinigt, hatte die Gewohnheit, mit der schmerzenden Kopfhälfte gegen die Wand zu schlagen." Ansonsten finden sich in Möllendorfs Beschreibung der Hemikranien zwar einige der bekannten autonomen Symptome, die Krankheitsbilder entsprechen den heutigen Diagnosekriterien für Cluster-Kopfschmerz aber nur teilweise.[26] Das wesentliche Zeitmuster mit den relativ kurz dauernden Attacken wurde von Möllendorf nicht erwähnt.[2]

Albert Eulenburg - 1871

Auf den Arbeiten von Möllendorf, von du Bois-Reymond und anderen aufbauend befasst sich Albert Eulenburg (1840-1917) 1871, 1878 und 1883 mit der "Hemicrania angioparalytica", der "Hemicrania neuroparalytica", der "Hemicrania periodica" nach Bartholin und der "Neuralgia cerebralis".[28][29][30] Es gibt unterschiedliche Auffassungen darüber, ob Eulenburg in seinen Werken auch den Cluster-Kopfschmerz beschrieb[26] oder lediglich Varianten der Migräne, da manche der typischen Cluster-Kopfschmerz Symptome wie Hautrötung, einseitiges Schwitzen und Pupillenverengung (Miosis) auch bei der Migräne auftreten können.[4]

Robert Francis Kilvert 1870–1879

Robert Francis Kilvert (en) (1840-1879) war ein unbedeutender anglikanischer Kirchenmann, der hauptsächlich in den ländlichen Gemeinden der Welsh Marches und in Südengland lebte und tätig war. Der Nachwelt wäre er unbekannt, hätte er nicht in seinen letzten zehn Lebensjahren (1870-1879) ein ausführliches Tagebuch geführt. Teile seiner Tagebücher wurden viele Jahre später (1938-1940) veröffentlicht und sind als bemerkenswerte Dokumentation des sozialen ländlichen Lebens der viktorianischen Zeit anerkannt.

Der britische Neurologe Dr. Andrew J. Larner führte eine detaillierte Auswertung[31] der Tagebücher Francis Kilverts in Hinblick auf dessen Beschreibungen seiner Kopf- und Gesichtsschmerzen durch. In den ungefähr 1300 veröffentlichten Seiten des Tagebuchs fanden sich 23 Hinweise auf Kilverts Kopfschmerz (n = 7), Gesichtsschmerz (n = 11) und Neuralgien (n = 5). Obwohl die Einzelheiten dieser Textsstellen die aktuellen Diagnosekriterien[1] nach seiner eigenen Beurteilung nicht ausreichend erfüllen (es fehlt z.B. ein Hinweis auf eine Einseitigkeit der Schmerzen) vermutet Larner, es könnte sich möglicherweise um Cluster-Kopfschmerz gehandelt haben. Als Gründe für seine Vermutung nennt er das Muster der Symptome, insbesondere die Periodizität und die die Schmerzen begleitende Bewegungsunruhe. Diese würden besser zu einer Cluster-Kopfschmerz Diagnose passen, als zu einer Diagnose der Migräne mit Aura. Es könne sich daher um einen der ersten Berichte über Cluster-Kopfschmerz durch einen Betroffenen und nicht durch einen Mediziner handeln.

Andrew J. Larner zitiert in seiner Arbeit unter anderem die folgenden Textstellen aus dem ursprünglich von William Plomer zwischen 1938 und 1940 veröffentlichtem Tagebuch des Francis Kilvert:

  • Drank too much port after dinner . . . last night and a splitting headache all today in revenge.
  • Wednesday 1 March 1871: . . . all night and all today I have been groaning with a bursting raging splitting sick headache.
  • Monday 4 December 1871: Knocked all to pieces today with face ache, feeling miserable, stiff, sick and nohow.
  • Tuesday 5 December 1871: Shattered with face ache and want of sleep, weak and miserable. Everything seemed unreal and grotesque.
  • Wednesday 6 December 1871: A wretched groaning night, sleepless except for some feverish grotesque bad dreams about daybreak. Gnawing face pain and a splitting bursting headache from the heat of the room and the vile gas.
  • Sunday 10 December 1871: . . . home by the upper road crazy with face ache, weak and wretched, and the road never seemed to be so long.
  • Saturday 23 December 1871: [The tooth was] ‘so sensitive that it could only be stopped temporarily and it was necessary to destroy the nerve’.
  • Thursday 14 March 1872: After dinner today I was seized with a strange fit of nervous restlessness . . . with it came a twinge of neuralgia and toothache.

20. Jahrhundert

Sluder 1908 + Vail 1932

Die Sluder-Neuralgie, benannt nach dem US-amerikanischen HNO-Arzt Greenfield Sluder (1865–1928) ist ein 1908 vorgeschlagenes, mittlerweile umstrittenes Erklärungsmodell für bestimmte Gesichtsneuralgien.[32][33][34] Sluder glaubte, dass das Ganglion pterygopalatinum (früher als Ganglion sphenopalatinum bezeichnet), ein parasympathischer Nervenknoten unter der Schädelbasis hinter dem Gaumen, eine reflektorische Reizung der unmittelbar benachbarten Äste des Nervus trigeminus vermittelt. Er behandelte diese Neuralgie, indem er Alkohol in das Ganglion injizierte. In der aktuellen Literatur wird die Sluder-Neuralgie als Erscheinungsform des Cluster-Kopfschmerzes gesehen.[35] Die Vidianusneuralgie (siehe Ganglion pterygopalatinum) wurde von Vail 1932 definiert als wiederkehrende, einseitige starke Schmerzen an Nase, Auge, Gesicht, Nacken und Schulter in wiederkehrenden Episoden. Vail selbst hält die Vidianusneuralgie für eine Variante der Sluder-Neuralgie.[36] Weder die Definition der Sluder-Neuralgie noch die der Vidianusneuralgie entspricht den Kriterien für Cluster-Kopfschmerz, auch wenn unter den Patienten von Sluder und Vail einige an Cluster-Kopfschmerz erkrankt gewesen sein mögen.[4][26]

Robert Bing - 1913

Robert Bing

Die Entdeckung des Cluster-Kopfschmerzes wird oft dem Basler Neurologen Robert Bing (1878–1956) zugeschrieben. In der ersten Ausgabe seines Lehrbuchs der Nervenkrankheiten 1913 vermutet er als Ursache für bestimmte Gesichtsschmerzen eine Variante der Erythromelalgie (Rot-Glieder-Schmerz) und nennt diese Erythroprosopalgie (Rot-Gesicht-Schmerz).[37] Eine weitere Beschreibung (eines Einzelfalles) erfolgt 1930[38], sowie in der siebten, überarbeiteten Auflage seines Lehrbuchs 1945. Robert Bings erste Arbeiten enthalten keine Hinweise auf die Einseitigkeit der Attacken (erst 1945 erwähnt), den Tränenfluss, die verengte Pupille (Miosis), das vorwiegend nächtliche Auftreten der Attacken und auf den extremen Schmerz. 1952 nennt er einige dieser Symptome.[39] Das zudem Schmerzattacken durch Druck auf den Trigeminusnerv ausgelöst werden konnten unterscheidet die Bing-Erythroprosopalgie vom Cluster-Kopfschmerz.[26] Der Cluster-Kopfschmerz typische, zyklische und periodische Verlauf mit relativ kurzen Attacken wurde von Robert Bing nicht beschrieben.[4]

"Die Erythromelalgie und Erythroprosopalgie", Robert Bing 1913.

Wilfred Harris - 1926

1926 gab der Londoner Neurologe Wilfred Harris (1869–1960) die erste komplette Beschreibung des Cluster-Kopfschmerz Syndroms[40][4] und nannte dieses Ziliare Neuralgie.[41] 1936 bezeichnete er die gleiche Erkrankung als Ziliare (migranöse) Neuralgie.[42] Harris war wahrscheinlich der Erste, der das "Cluster" Phänomen korrekt erkannte.[43][26] Er behandelte Patienten teilweise erfolgreich durch Injektion von Alkohol in den Nervus infraorbitalis („Unteraugennerv“). 1937 berichtet er, dass die subcutane Injektion von Ergotamin Tartrat die Schmerzattacken schnellstens beendet.[43][44] Auch die Beiträge von Wilfred Harris führten noch nicht zu einer generellen Bekanntheit der Erkrankung.[26][45]

"Ciliary Neuralgia" aus Wilfred Harris: Neuritis and Neuralgia. Oxford University Press; 1926.

Bayard T. Horton - 1939

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Bayard T. Horton

1939 berichtet der US amerikanische Neurologe Bayard T. Horton (1895-1980) an der Mayo Clinic über seine Beobachtungen und die erfolgreiche Behandlung durch Histamin-Desensibilisierung von 84 Patienten, die an einem "... spezifischen Typ Kopfschmerz litten, der in der Literatur bisher nicht adäquat beschrieben wurde." Die Erkrankung sei einzigartig in Bezug auf das Ansprechverhalten auf Histamin[46]:

A New Syndrome of Vascular Headache, Horton 1939

Bayard T. Horton und seine Mitarbeiter nannten fast alle wichtigen klinischen Symptome des Cluster-Kopfschmerzes. Nicht erwähnt wurde der wechselnde Verlauf der Erkrankung, das "Cluster" Phänomen. Obwohl Bayard T. Horton und seinen Mitarbeitern bewusst war, dass Remissionen spontan auftreten können erkannten sie die volle Bedeutung dieser Tatsache offensichtlich nicht. Dieser Fehler war bedeutsam, führte er doch zur Fehlinterpretation der therapeutischen Ergebnisse der Histamin-Desensibilisierung.[26] "Wir machen alle Schnitzer-errare humanum est" schreibt Ottar Sjaastad dazu 1992.


"Erythromelalgia of the head", Horton 1939[46]


Horton, MacLean und Craig nannten die von ihnen entdeckte Erkrankung 1939 "Erythromelalgie des Kopfes"[46], entsprechend dem Konzept von Robert Bing.[4] Später verwendete Horton den Begriff "Histaminic cephalgia" (Histaminkopfschmerz).[47][48][49]

Robert Bing zu "Histaminkopfweh" 1952[39]

Karl-Axel Ekbom - 1947

Der schwedische Neurologe Karl-Axel Ekbom berichtete 1947 über seine Erfahrungen mit 23 Patienten (drei Frauen und 20 Männer).[40] Neben fünf neuen Fällen litten 18 seiner Patienten schon länger an einer Art von Kopfschmerz, die Ekbom Harris-Horton Disease nannte. Seine Patienten beschrieben die Schmerzen als extrem stark. Einige Patienten sagten, dass sie sich während der Attacke auf dem Boden wälzten oder mit dem Kopf gegen die Wand schlugen. Eine solche Reaktion auf Schmerz sei ungewöhnlich für die ruhigen schwedischen Menschen. Der Schmerz sei offensichtlich wesentlich stärker als bei der Migräne. Ekbom betonte, dass die Erkrankung bei 13 seiner Patienten periodisch auftrat. Er vermutet, dass Hortons Behandlungserfolge mit der Histamin-Desensibilisierung spontanen Remissionen zuzuschreiben waren. K.A. Ekbom hatte erkannt, dass der von Bayard T. Horton entdeckte Histamin-Kopfschmerz bereits 1926 von Wilfred Harris beschrieben wurde und bezweifelt, dass Histamin für diese Erkrankung ursächlich sei. Er berichtet von erfolgreicher und schnell wirkender vorbeugender Behandlung mit der Einnahme von Gynergen (Ergotamin Tartrate) in Tablettenform bei 13 von 16 Patienten.

E. Charles Kunkle - 1952

Kunkle Cluster Pattern.png

Charles Kunkle und Mitarbeiter kommen 1952 nach der Beobachtung und Behandlung von 30 Patienten zu der Auffassung, dass Histamin für die Erkrankung nicht ursächlich ist. Sie schreiben Hortons Erfolge mit der Histamin-Desensibilisierung genauso wie K.A. Ekbom 1947[40] spontanen Remissionen zu und konnten die Behandlungserfolge mit der Histamin-Desensibilisierung bei ihren Patienten nicht nachvollziehen.[50]

Der Begriff "cluster" headache wurde 1952 von Kunkle geprägt. Bezüglich der Klassifikation hält er den Cluster-Kopfschmerz für eine Variante der Migräne:

"Cluster" headache - Kunkle 1952[50]

Weitere Beschreibungen und Krankheitsbilder

Die vielfachen Neubeschreibungen und Neuentdeckungen des Cluster-Kopfschmerz Syndroms resultierten in einer Vielzahl von Synonymen und auch von Verwechslungen mit anderen Erkrankungen, die mit Cluster-Kopfschmerz keinen Zusammenhang haben. Früher verwendete Begriffe nach der IHS-ICHD-II Klassifikation: Ziliare Neuralgie, Erythromelalgie des Kopfes, Bing-Erythroprosopalgie, Hemicrania angioparalytica, Hemicrania periodica neuralgiformis, Histaminkopfschmerz, Horton-Syndrom, Harris-Horton-Syndrom, migränöse Neuralgie nach Harris, Petrosusneuralgie nach Gardner[51], Sluder-Neuralgie, Neuralgie des Ganglion sphenopalatinum und Vidianusneuralgie.[1] Die Bezeichnung "Bing-Horton-Syndrom" findet sich in der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10) G44.0 Cluster-Kopfschmerz.[52] Der Begriff "Bing-Horton Kopfschmerz-Syndrom" wurde von Ernst Kaemmerer 1961 verwendet.[53]

Weitere Beschreibungen und Krankheitsbilder, die mit dem Cluster-Kopfschmerz in Zusammenhang gebracht wurden:

  • Raeder Syndrom, Raeder Neuralgie - JG Raeder 1924[54][26]
  • Syndrome de vasodilation hémicéphalique d´origine sympathique - Vallery-Radot, Blamoutier 1925[55][26]
  • Atypische (Gesichts) Neuralgie - Fay 1927, 1932[56][26]; Glaser 1928, 1940[57][26]
  • Le syndrome du nerf nasal - C. Charlin 1931[58][4]
  • Autonomic faciocephalalgia - Brickner und Riley 1935[59][26]
  • "A particular variety of headache" - Symonds 1956[60][26].

Bei der oft als ursprüngliche Beschreibung der Cluster-Kopfschmerzen zitierten "neuralgia spasmodica" nach Benjamin Hutchinson (1822) handelt es sich wahrscheinlich um die Trigeminusneuralgie[61], wie auch der Titel seiner Arbeit „Cases of neuralgia spasmodica, commonly termed tic douloureux, successfully treated.“ vermuten läßt.[62]

Klassifikationen

Auch wenn Wilfred Harris bereits 1926 die erste komplette Beschreibung des Cluster-Kopfschmerz Syndroms gegeben hat: Erst nach der detaillierten Beschreibung durch Bayard T. Horton und durch Robert Bing erlangte die Erkrankung in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts unter den Namen Histaminkopfschmerz (Histaminic cephalgia) und später Bing-Horton-Syndrom einen breiteren Bekanntheitheitsgrad. Der Begriff "cluster" headache wurde 1952 von Charles Kunkle geprägt und hat sich letztendlich durchgesetzt.

1962 wurde der Cluster-Kopfschmerz unter Punkt 1. "Vaskuläre Kopfschmerzen vom Migräne Typ - (C) "Cluster" Headache" in die erste Klassifikation der Kopfschmerzerkrankungen des Ad Hoc Committees aufgenommen.[63] 1988 erfolgte die Klassifizierung als eigenständiges Krankheitsbild unter den primären Kopfschmerzerkrankungen: "Cluster headache and chronic paroxysmal hemicrania" in Kapitel 3 der International Classification of Headache Disorders (ICHD) der International Headache Society (IHS).[64] Fortgesetzt wurde das eigenständige Krankheitsbild Cluster-Kopfschmerz in der zweiten Ausgabe der IHS-Klassifikation (ICHD-II) 2004 unter der Überschrift "3. Cluster-Kopfschmerz und andere trigemino-autonome Kopfschmerzerkrankungen". Dazu gehören auch die paroxysmale Hemikranie und das SUNCT-Syndrom (Short-lasting Unilateral Neuralgiform headache attacks with Conjunctival injection and Tearing).[1]

Weitere Kopfschmerzklassifikationen:[65][66]

  • World Federation of Neurology Research Group on Migraine and Headache. J Neurol Sci. 1969; 9: 202. DOI
  • "Classification of chronic pain. Descriptions of chronic pain syndromes and definitions of pain terms. Prepared by the International Association for the Study of Pain, Subcommittee on Taxonomy.". Pain 3 (Supplement 1): S1-226. 1986. doi:10.1016/0304-3959(86)90107-7. PMID 3461421.  URL


"Cluster" Headache - Klassifikation 1962[63]

Cluster Club: The International Cluster Headache Research Group

Mitte der sechziger Jahre erschienen pro Jahr drei bis vier Forschungsarbeiten zu Cluster-Kopfschmerz. Erst in den siebziger Jahren interessierten sich mehr Wissenschaftler für diese Erkrankung. Um die Forschung zu fördern und zwischen den Wissenschaftlern zu koordinieren gründete Ottar Sjaastad die „International Cluster Headache Research Group“, die später der Einfachheit halber „Cluster Club“ genannt wurde. Ottar Sjaastad war der Präsident, David Russell der Schatzmeister und Lee Kudrow der Sekretär. Das erste Treffen des Cluster Clubs fand 1979 in Uppsala, Schweden statt. Weitere jährliche Treffen folgten bis zum Jahre 1994.

Mitglieder des Cluster Clubs im Laufe der Jahre waren Ottar Sjaastad, Karl Ekbom, John Graham, Mark Green, Ivar Hörven, Lee Kudrow, Ninan Mathew, Bent de Fine Olivarius, David Russell, Hartwig Heyck, Bayard T. Horton, Charles Kunkle, Nazhiyath Vijayan, Desmond Carroll, Poul Gertz Andersson, Michael Anthony, Giorgio Bono, Marcello Fanciullacci, Marcia Wilkinson, Nat Blau, Giuseppe Micieli, Annette Krabbe, Marcia Wilkinson, Carsten Saunte, Volker Pfaffenrath, Rolf Salvesen und Elisabet Waldenlind.

2003 versuchten Giuseppe Nappi and Gian Camillo Manzoni die Tradition des Cluster Clubs anlässlich des 11. International Headache Congress der International Headache Society in Rom wieder zu beleben.[67]

Geschichte der Behandlung

Mittelalterliche Darstellung eines Baders. Die Schröpfköpfe werden angesetzt (Holzschnitt um 1481).

Nicolaes Tulp und Gerard van Swieten verwendeten die Methode des Schröpfens im Bereich des Hinterkopfes und des Nackens. Ebenfalls vergeblich eingesetzt wurden Aderlass, Blutegel und Zugpflaster.[7][14] Gerard van Swieten vermutete bei seinem Patienten eine lokale Entzündung im Bereich der Arterie im Augenwinkel, da diese während der Attacke übermäßig pulsierte und verordnete erfolgreich Chinin, das im 18. Jahrhundert als Allheilmittel bei neurologischen Erkrankungen galt.[14] Auch Marshall Hall behandelte 1836 erfolgreich mit Chinin und Arsen.[20] Morgagni verwendete 1761 erfolgreich einen Sud zur Einleitung von Schwitzkuren zur Behandlung seines Patienten.[20]

Wilfred Harris behandelte Patienten 1926 teilweise erfolgreich durch die Injektion von Alkohol in das Ganglion Gasseri. 1937 berichtet er, dass die subcutane Injektion von Ergotamin Tartrate die Schmerzattacken schnellstens beendet.[43] 1947 berichtet K.A. Ekbom aus Stockholm über die vorbeugende Behandlung mit dem damals aus der Migränetherapie bereits bekannten Gynergen (Ergotamintartrat) in Tablettenform: Zweimal oder auch dreimal 1mg/Tag .[40] Symonds verabreichte ab 1952 Ergotamin parenteral zur Prophylaxe.[60]

Nachdem Bayard T. Horton 1936 festgestellt hatte, dass die Schmerzattacken bei seinen Patienten sowohl durch Alkohol als auch durch die Injektion von Histamin ausgelöst werden konnten (0,3 - 0,5 mg subkutan), behandelte er erfolgreich durch Histamin-Desensibilisierung: Er injizierte zwei Tage lang zweimal 0,05 mg Histamin täglich subkutan. Am dritten Tag wurde die Dosis auf 0,066 mg erhöht und ab den fünften Tag auf 0,1 mg, zweimal täglich. Diese Dosis wurde dann für zwei bis drei Wochen beibehalten. Diese Art der Behandlung wird auch heute noch in einigen US amerikanischen Kliniken teilweise erfolgreich durchgeführt. Bayard T. Horton berichtete 1939 auch, dass bei zwei Patienten der Schmerz nach dem Eintauchen einer Hand in kaltes Wasser durch den erhöhten Blutdruck abrupt beendet wurde. Auch die frühzeitige Kompression der Arteria Carotis auf der betroffenen Seite stoppte die Attacken, dies war aber nicht mehr möglich, wenn die Attacke schon mehrere Minuten präsent war. Die Behandlung mit dem Adern verengenden Adrenalin brachte den Patienten Erleichterung, ebenso Salicylsäure.[46] Ab 1945 verwendet Horton erfolgreich Dihydroergotamin intravenös zur Attackenkupierung.[26]

Die Resultate von Alvarez 1940

Seit 1938 wurden an der Mayo Clinic Versuche mit der Behandlung von Kopfschmerz durch Sauerstoffinhalation vorgenommen.[68] Es ist aus dem Bericht von Alvarez und Mason von 1940 nicht erkennbar, ob darunter auch Cluster-Kopfschmerz Patienten waren. Bayard T. Horton, ebenfalls Mitarbeiter der Mayo Clinic, berichtete 1952 über die positive Wirkung der Sauerstoffinhalation bei Cluster-Kopfschmerz. Obwohl dies auch in englischsprachigen Standardwerken über den Kopfschmerz erwähnt wurde[69], fand die Sauerstofftherapie zunächst kaum Anwendung. Erst nachdem der Augenarzt und Cluster-Kopfschmerz Patient Jerold F. Janks aus San Francisco 1978 einen Leserbrief über die positive Wirkung der Sauerstoffbehandlung an den Herausgeber des Journal of the American Medical Association (JAMA) richtete[70], wurde diese Therapie bekannter. Lee Kudrow führt daraufhin eine weitere Studie über die Wirksamkeit der Sauerstoffinhalation bei Cluster-Kopfschmerz durch und widmet seinen Bericht Dr. J.F. Janks.[71] In Deutschland berichtet Dr. med. Reiner W. Heckl vom Rehabilitationskrankenhaus-Karlsbad 1986 von Erfolgen bei der Behandlung von Cluster-Kopfschmerz mit der Sauerstoffatmung. Er bemängelt, dass die Erkenntnisse von Lee Kudrow im deutschen Schrifttum keine Beachtung fanden und schreibt: "Von der Möglichkeit der Sauerstofftherapie beim Cluster-Kopfschmerz sollte viel öfters Gebrauch gemacht werden"[72].

Kortikoide zur vorbeugenden Behandlung wurden bereits 1952 von Horton erwähnt. Er erzielte, vermutlich aufgrund zu geringer Dosierung, nur Erfolge bei zwei von vier Patienten.[26] In Italien verwendeten Sicuteri und Ficini seit 1955 Prednison.[73] International durchgesetzt hat sich diese Behandlung nach dem Bericht von Jammes ab 1975.[74]

Methysergid war der erste Serotonin Antagonist und wurde von Sicuteri, Graham, Heyck und anderen ab ca. 1959 zur vorbeugenden Behandlung verwendet. Lithium zur vorbeugenden Behandlung bei Cluster-Kopfschmerz wurde 1968 von McGregor in Süd-Afrika verwendet[26], sowie von John R. Graham, Boston, und Karl Ekbom, Stockholm, ab 1974.[75][76]

John Stirling Meyer und Jeffrey Hardenberg aus Houston, Texas, veröffentlichten 1983 die erste klinische Studie über die vorbeugende Wirkung der Herzmedikamente und Kalziumkanalblocker Nimodipin, Nifedipin und Verapamil bei der Migräne und bei Cluster-Kopfschmerz.[77]

Sumatriptan, der erste selektive 5-HT1B, 5-HT1D und 5-HT1F Serotonin-Rezeptor Agonist, wurde erstmals 1989 von Annette Æbelholt Krabbe aus Kopenhagen subcutan zur Akutbehandlung eingesetzt.[78] 1991 folgte der positive Bericht der "Sumatriptan Cluster Headache Study Group".[79]

Siehe auch

Externe Links

Literaturhinweise

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Einzelnachweise

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