Darmträgheit

Aus CK-Wissen
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Der menschliche Darm ist mehrere Meter lang und in verschiedene funktionelle Teilbereiche aufgegliedert. Selbstverständlich ist er ein lebenswichtiges Zentralorgan und verfügt sogar über ein eigenes, geschlossenes Nervensystem. Außerdem wird seine Tätigkeit wesentlich vom Parasympathikus mitbestimmt.

Seine Aufgaben besteht zum einen in der Aufspaltung der Nahrung durch Verdauungs-Enzyme und die Gallenflüssigkeit, der Aufnahme der so aufgespaltenen Nährstoffe in den Blutkreislauf und der Rückgewinnung von überschüssigem Wasser in den Körperkreislauf. Zum anderen ist der Darm noch ganz erheblich an der Immunabwehr des Körpers beteiligt.

Der gesamte Darm verfügt über eine willkürlich nicht beeinflussbare Muskulatur aus glatten Muskelzellen. Diese ermöglicht ein Zusammenziehen und Ausdehnen des Darmvolumens (Mischfunktion), und damit durch wellenförmige Arbeit > Peristaltik einen Transport des Inhaltes in eine bestimmte Richtung.

Wenn diese Funktion verlangsamt wird oder vorübergehend zum Stillstand kommt, spricht man von Darmträgheit, die auch zur Verstopfung führen kann > Obstipation

Das ist von Zeit zu Zeit normal und kein Grund zur Beunruhigung!

Allerdings sollte das kein Dauerzustand werden. Wenn die Verstopfung mehrere Tage hintereinander anhält, muss dagegen etwas unternommen werden. Sonst kann die Verstopfung sich zu einem mechanischen Darmverschluss entwickeln, der letztlich lebensbedrohlich werden kann!

Clusterpatienten, die Verapamil als Prophylaxe nehmen, bemerken vor allem initial (einleitend) eine Abnahme der Darmtätigkeit mit einer resultierenden Obstipation. Das liegt an der Eigenschaft des Kalziumantagonisten, die Tätigkeit der glatten Muskelzellen zu dämpfen, woran sich der Darm normalerweise durch Anpassung nach einiger Zeit gewöhnt.

Unterstützen kann der Patient seine Darmtätigkeit durch ausreichende Flüssigkeitsaufnahme (> 2L/Tag) sowie eine ballaststoffreiche Ernährung. Jeder Mensch bevorzugt da seine eigenen "Tricks". Wenn das nicht ausreicht, kann der Arzt oder auch Apotheker ein Präparat empfehlen, das die Darmtätigkeit anregt (enthält meist den Wortteil "lax").